Extrakorporale Stoßwellentherapie (ESWT)
Prinzip der Stoßwellentherapie
Erzeugung der Stoßwellen
Eine Stoßwelle ist eine akustische Welle, d.h. eine
Schallwelle hoher Energie. Durch einen elektromagnetischen Stoßwellen-Emitter
(EMSE) werden außerhalb des Körpers Schallwellen erzeugt und
durch eine akustische Linse auf einen Punkt fokussiert. Dieser
wirksame Brennpunkt der Schallwellen hat die Form eines überdimensionalen
Reiskorns von etwa 5 mm Durchmesser.
Die so erzeugte fokussierte Stoßwelle wird über
ein
Wasserkissen auf das Schmerzzentrum des Patienten, zum Beispiel auf eine
Kalkablagerung in einer Schulter, gerichtet. Der Brennpunkt der
Stoßwellen, in dem sie ihre Wirkung entfalten, muss exakt im Kalkzentrum
liegen.
Die Stoßwelle bewirkt eine Veränderung des Kalkdepots,
das nach der Behandlung durch körpereigene Funktionen aufgelöst
werden kann. Gleichzeitig werden die Stoff wechselaktivitäten im
Behandlungsgebiet erhöht und die körpereigenen Reparaturmechanismen
aktiviert. Der
Heilungsprozess wird in Gang gesetzt.
Drei verschiedene Verfahren werden in der Medizin zur Erzeugung von Stoßwellen
verwendet. Allen drei Verfahren ist gemeinsam, dass die Stoßwellen
außerhalb des menschlichen Körpers in der Umgebung von Wasser
entstehen. Dies wird als extrakorporale Erzeugung bezeichnet.
Da Wasser eine annähernd gleiche Dichte wie die flüssigkeitshaltigen
Gewebe des menschlichen Körpers hat, hält man somit beim Übertritt
der Stoßwellen in den Körper den Energieverlust gering.
Die drei Erzeugungsverfahren
1. Elektrohydraulisches Prinzip
Mittels einer speziellen Zündkerze wird Wasser schlagartig erhitzt.
Es kommt zu einer Gasbildung, die sich dann in Form der Stoßwelle
explosionsartig ausbreitet. Diese Wellen werden in einem halbrunden Reflektor
gebündelt und fokussiert.
2. Piezoelektrisches Prinzip
Beim Anlegen eines Wechselstroms erzeugen bestimmte Quarzkristalle durch
Formveränderungen mechanische Schwingungen. Diese setzten sich dann
als Stoßwellen im wässrigen Medium fort und werden aufgrund
einer halbkreisförmigen Anordnung der Quarzkristalle in einem Punkt
gebündelt.
3. Elektromagnetisches Prinzip
Durch ein impulsartig angelegtes Magnetfeld wird eine Metallmembran zur
Auslenkung gebracht. Diese Auslenkung geschieht mit sehr hoher Geschwindigkeit,
so dass im wässrigen Medium Stoßwellen entstehen. Die Stoßwellen
werden mit einer nachgeschalteten Linsenoptik auf einen Brennpunkt fokussiert.
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